Welch ein interessanter Gedanke: Swedru!!!

 

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Der Juni fängt in keinen 10 Stunden an...

 

 

Liebe Familie, Freunde und Leser, es ist wieder mal eine Ewigkeit her, dass ich geschrieben habe und in 2 ein halb Monaten komme ich endlich Nachhause.

Das letzte Mal habe ich den Anfang meines Urlaubs erzählt und von da an fahre ich jetzt fort.

In der ersten Urlaubswoche kam ich von Kwahu nach Hause und habe alle wichtigsten Sachen erledigt. An dem Mittwoch war Marie wieder verreist und ich blieb in Swedru. Am Abend schrieb mir ein Gehörloser namens Enoch, der wollte fragen, ob wir uns am nächsten Tag treffen könnten. Da ich eh nicht wirklich etwas geplant hatte, habe ich einfach zugesagt.

Am nächsten Morgen haben wir seinen Freund besucht, der Schuster ist und einfach ein paar Runden gequatscht. Es war auch interessant, worüber man eigentlich so sprach. Dann kamen andere Freunde dazu und es wurde langsam dunkel. Für den nächsten Tag haben wir abgemacht nach Winneba zu fahren.

Gegen 9 fuhren Enoch und ich mit dem Trotro nach Winneba zur Universität. Dort studieren viele Gehörlose und die habe ich alle auf einmal kennengelernt. Es war mir eine Freude auch mal ein paar Ältere zu Gesicht zu bekommen, weil man ja eigentlich nur mit den Schülern unterwegs war und denen immer wieder erklären musste, was ich da so sprach. Die waren noch zu jung für erwachsene Themen. Später als wir auf den Rückweg waren, habe ich allen gesagt, dass wir uns an dem kommenden Montag uns einfach fürs Schwimmen verabreden könnten. Samstag und Sonntag ein paar Sachen erledigt und mehr oder weniger gelesen und gechillt.

An nächsten Morgen gegen 9 kam Enoch und hat mich abgeholt und fuhren zur anderen Universität in Winneba und trafen die anderen Gehörlosen. Mit dem Taxi zu 5t fuhren wir zum Freibad, das ziemlich schön sauber war. Schwammen wir ungefähr bis Mittag und ich fuhr dann noch mit zur Uni, um ein bisschen zu quatschen. Gegen Nachmittag fuhr ich nach Hause, weil ich ziemlich kaputt war vom Schwimmen und merkte, dass ich mir einen Sonnenbrand eingefangen habe. Ich brauchte ein paar Tage um mich auszuruhen. Gegen Ende der Woche hab ich den Schuster besucht, weil er meine Hilfe brauchte, um irgendetwas an seinem Handy einzustellen. Später habe ich einen anderen besucht, der in einem Seifenladen als Verkäufer arbeitet.

Am nächsten Morgen ging ich mit Jennifer zum Markt zu ihrem Shop und sie gab mir die Wasserrechnung und das Geld, womit ich in die Stadt ging und für den nächsten Monat bezahlte. Es war eine Erfahrung wert. Es war wie Guthaben aufladen, anstatt das es bei uns vom Konto abgezogen wird. Dann brachte ich Rechnung zurück zu ihr und ich ging nach Hause und wusch meine Wäsche. Man merkt, dass ich fast jede Woche Wäsche wasche, ist wirklich gar nicht so einfach. Ich kann nicht alles auf einmal waschen, manchmal brauche ich auch 2 Tage in der Woche und man braucht 2 Stunden für max. 12 Kleidungsteile, egal wie groß. Später habe ich mich ausgeruht.

Am Samstag habe ich mich mit einem Gehörlosen namens James von der Uni Winneba zum Schwimmen getroffen. Gegen Mittag haben wir aufgehört und uns in der Bar hingesetzt und ein wenig getratscht. Später kam ich noch mit in die Uni, bisschen was gegessen und wieder nach Hause gefahren. Sonntag Ruhetag.

In der nächsten Woche habe ich mir in der Stadt einige Sachen gekauft, die man immer so braucht: Shampoo, Toilettenpapier, Seife und sowas. Später bin ich zum Matratzenladen, wo ich immer mal mitgeholfen habe, und habe mich mit ihnen unterhalten. An einem anderen Tag war ich wieder in Winneba in der Uni und habe die anderen besucht. Gegen Ende der Woche habe ich mir selbst den Weltmeisterschaftsspielplan gemalt. War eine gute Beschäftigung. Am Samstag Wäsche und am Sonntag habe ich mir angeguckt, wie man ein lebendiges Huhn schlachtet und die Federn im heißem Wasser abgezupft werden. Der Montag war der letzte Urlaubstag und da habe den Verkäufer namens Randy im Seifenladen besucht und seine zukünftige Ehefrau kennengelernt, die beide Ende Juni heiraten. Die hat mich gleich zur Hochzeit eingeladen und mir gesagt, dass sie mir ein Kleid nähen könnte, dass ich zu ihrer Hochzeit dann anziehe. Bin mal gespannt. Waren später zusammen in der Stadt und wir kauften Geschenke für ihre Freunde, die sie dann nach der Hochzeit verteilt.

Die Schule ging am Dienstag wieder los, aber das einzige was passierte, ist, dass die Schüler nur den Schulhof fegten und die Klassenräume sauber machten. Am nächsten Tag hat die Schulleiterin gesagt, dass wir kein Geld vom Government erhalten haben, der für die Versorgung der Schüler zuständig ist und zwar in ganz Ghana und das nur für die Special Schools, anders gesagt Sonderschulen. Das hieß, dass alle Schüler wieder nach Hause gingen und solange bleiben sollen, bis der Government bezahlt. Ich war wirklich überrascht, als ich es gehört habe. Das einzige was blieb, war die Abschlussklasse (JHS3), die für die Prüfungen vorbereitet wurden. Der Maler kam zu Besuch und ich ging mit ihm in die Stadt, wo wir uns die Farbe gekauft haben, für das wir in den nächsten Tagen die Schule streichen werden. Das ist mein Projekt. Da die Schule geschlossen hat, ist es praktisch zu streichen. Vorher hatten wir ausgemacht, nur am Wochenende zu streichen. Donnerstagmorgen gingen wir noch mal in die Stadt, um ein paar Pinsel zu kaufen. Wir fingen mit der weißen Farbe an, die wir an die Decke strichen. Samstag wollten wir weitermachen, aber leider fand dort Kirche statt. Die Schule wird ab und zu für andere Veranstaltungen genutzt. Wir überlegten, die andere Farbe zu kaufen, die wir für die Wand benutzen und ich habe sie mit ein paar kräftigen Schülern abgeholt und in der Schule abtransportiert. Sonntag Wäsche.

In der nächsten Woche die Wand von außen bestrichen und damit waren wir schneller fertig als erwartet und haben auch schon angefangen die Wände in den Räumen zu streichen. Der Tag endete als es kurz davor war dunkel zu werden und ich habe die Zeit völlig vergessen. Es ging so schnell. Dienstag haben wir das Gitter bestrichen, dass hat etwas länger gedauert, weil die Muster hatten, wo die Innenseiten auch bestrichen werden sollten. Gegen Nachmittag haben wir mit den Türen und Fenstern angefangen, damit wurden wir nicht wirklich fertig, aber waren so gut wie fertig. Am Mittwoch kam ich ganz normal, also nicht in Malerklamotten und hab die Arbeit den Maler überlassen, weil es wirklich nicht mal so viel war. Donnerstag und Freitag blieb ich Zuhause, weil die Schule geschlossen hatte. Donnerstag hat der Maler den Schulnamen und das Alphabet an die Schulwand neu nachgezeichnet. Freitag Wäsche. Am Samstag ging in die Stadt zur Bank, der Automat war leider außer Betrieb. Auf dem Weg habe ich den Maler getroffen und es sollte eine Hochzeit einer anderen Gehörlosen stattfinden. Wir gingen zu Randy zum Seifenladen und versammelten uns dort alle, weil die Kirche nur um die Ecke war. Gegen Mittag waren alle in der Kirche und ich bin spontan mitgekommen. Am Nachmittag bekamen alle etwas zu essen und eine Jugendliche hatte Geburtstag und wir sind alle zu ihr nach Hause spaziert und feierten. Es wurde getanzt und ohne Ende Fotos geschossen. Als die Show vorbei war, bekamen wir wieder was zu essen. Da ich voll war, habe ich abgelehnt. Auf einmal war Stromausfall und alle gingen nach Hause. Sonntag Ruhetag.

In der nächsten Woche am Montag war ich wieder bei der Bank und konnte endlich Geld abheben. Bin auf den Markt umher gewatschelt und habe mir 3 verschiedene Stoffe gegönnt. Randy arbeitet ja auch auf dem Markt und ich kam bei ihm vorbei.

Am Dienstag ging ich in die Schule und es waren kaum welche Schüler da. Wir haben die Tische sauber gemacht, die noch mit Farbe vom streichen übersehen waren und die ganzen Schulbänke da hingestellt, wo sie hingehörten. Später habe ich der Abschlussklasse beim ICT Unterricht geholfen und dann war für die Klasse Schulschluss und die Schulleiterin sagte, dass die Schule weiterhin schließt und sie würde sie anrufen, wenn sie wieder öffnet. Mittwoch zum Matratzenladen und ein wenig geholfen. Donnerstag und Freitag Wäsche und gechillt. Heute ist Samstag und war mit Marie in einigen Hotels und haben ein Zimmer für ihren Onkel und seiner Freundin gebucht, die Montag landen und sie besuchen.

Das waren die letzten Wochen, die ich euch berichten wollte. Ich bin gespannt, wie lange der Government braucht, um die Schulen zu versorgen. Ich mein, die Schüler wollen was lernen und nicht Zuhause bleiben und selber den Eltern helfen und was verkaufen. Und ich will ja auch noch etwas für die Schule beitragen. Also halt die Ohren steif Bis zum nächsten Mal

31.5.14 18:58
 



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