Welch ein interessanter Gedanke: Swedru!!!

 

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Der Januar endet...

Der Februar kommt nahe und bald habe ich die Hälfte vom Jahr geschafft, wahnsinnig oder?

Diesmal gibt es wieder ein wenig mehr zu erzählen.

Die erste Schulwoche ging planmäßig voran. Am Wochenende kam Marie von ihrer langen Reise zurück und wir haben uns gegenseitig alles erzählt, was in den letzten Wochen so passiert ist. Am Sonntagmorgen haben wir versucht zu joggen und einige Strecken zu finden. Sonntags sind die Straßen ziemlich leer und das war dann auch nicht so anstrengend auf Autos aufzupassen. Nach einer halben Stunde waren wir wieder zuhause und unser Frühstück stand da brav auf dem Tisch.

Die zweite Schulwoche ging bergauf und der Unterricht fing langsam den Rhythmus zu kriegen. Da habe ich mir ein paar Schüler vorgenommen und einzeln mit Ihnen ein paar Wörter durchgenommen, ob sie es überhaupt buchstabieren können, dass war wirklich nicht so toll. Die hatten es nicht gewusst. Ich hab erstmal Fragen gestellt wie, „How are you?“ und dann sollten sie mit „I am fine“ antworten. Die haben nur „fine“ geantworten. Dann habe ich es ihnen erklärt wie es richtig geht. Dann habe ich mit der Frage „How old are you?“ angefangen und das haben sie nicht begriffen, weil sie mit „I am fine“ antworteten. Dann habe ich mit dem Wort „old“ ein bisschen wie ein Opa geschauspielt, damit sie eine Vorstellung hatten, was ich eigentlich damit meine. Das haben sie auch verstanden und sagten nur ihrem Alter. Stellte ich noch mal die gleiche Frage noch mal und antworteten mit dem Alter z.B. „13“. Ich hab mich als Beispiel genommen und gesagt „I am 21 years old.“ Dann habe ich jedes Wort von den Fragen, ausgefragt, wie es buchstabiert wird, damit sie es auch lesen können und das haben sie auch geschafft. Ich muss sagen, dass ist es echt anstrengend. Ein Mädchen aus der 6. Klasse konnte ich gar nicht helfen, ich habe ABC aufgeschrieben und sie sollte es abschreiben, hat es getrennt in verschiedenen Stellen auf dem Zettel geschrieben. Da ist mir eingefallen, erstmal zu gebärden und gefragt, was sie so weiß. Das einzige Wort was sie super schnell und gerne wiederholt ist „Cat“. Cow, Car, Dog kann sie auch noch. Mit dem Wort „mother“ habe ich angefangen, als sie das alles von selbst buchstabieren konnte, habe ich mit dem Wort „father“ weiter gemacht und als sie damit durch war, habe ich das Wort „mother“ zurückgeholt, aber das war wieder aus ihrem Kopf verschwunden. Deswegen werde ich mit ihr in nächster Zeit erstmal das Alphabet beibringen und das richtig schreiben.

Am Freitagmorgen war ich erstmal joggen und ich bin gestolpert und habe mir eine Stellen gerammt und mein Schneidezahn wurde nach hinten verschoben. Tat ein wenig weh, aber es ging wieder. Hab die Schule abgesagt, damit ich mich ein wenig ausruhen konnte.

Am Montagmorgen um 3 Uhr brachte mich Jennifer und die beiden Hausjungen zum Bus Richtung Kumasi. Ich kam um 11 Uhr in Kumasi am „Tech“ aus, wo gegenüber die Uniklinik stand, wo meine Betreuern Lena, die das Seminar leitet, auf mich wartete. Überraschenderweise gab es eine Zahnarztpraxis und der Zahnarzt richtete mein Zahn wieder und super ging es mir. Ich war so glücklich, dass es möglich war. Lena war selbst überrascht. Hab ich noch ein paar Medikamente bekommen und weiter ging es.

Mit dem Trotro fuhren wir zu einem Gästehaus, wo auch das Seminar stattfand. Als gegen Mittag alle Freiwilligen von kleinen Organisationen ankamen, haben wir uns in der Runde vorgestellt, uns den Seminarplan für die Woche angeschaut und dann gab es eine Runde Käse aus Deutschland, man war das eine Überraschung. Hier in Ghana gibt es kaum Käse, es sei denn man fährt extra 2 Stunden nach Accra und kauft für 12 Cedi (ca.5 Euro) Käse, was wirklich teuer ist.

Die Reihenfolge des Seminarsplans hab ich vergessen, aber ich sag mal so grob, was mir noch so einfällt oder was so passen könnte.

Am Dienstag dürfte jeder Freiwillige sagen, was ihm an der Schule, Zuhause bei der Gastfamilie oder unterwegs so nervt. Später hat man sich in 2er Gruppen gesetzt und jeder dürfte 45 min seine/ihre Probleme äußern und nach Lösungen suchen.

Am Mittwoch hat jeder in der Runde über sein Bild was er mitgebracht hat eine Geschichte erzählen. Ich hatte das Bild von der Hochzeit meiner Gasthalbschwester und hab die Unterschiede von Deutschland und Ghana aufgezählt. Nachmittags haben wir ein Spiel gespielt, wo nicht geredet werden dürfte. Es waren 4 Gruppen und in jeder Gruppe war ein Zettel wo die Regeln eines Würfelspiels draufstanden, in jeder Gruppe waren andere Regeln, aber das wussten die Gruppen untereinander nicht. Dann wurden uns die Zettel aufgenommen und durften spielen, als alle fertig waren, sind die besten einen Tisch weitergegangen und da war das Problem, dass der neue Spieler der neu dazugekommen ist verwirrt war, was wir eigentlich spielen, dann haben wir versucht dem Spieler stumm zu erklären, was die Regeln sind. z.B. haben wir die 2 gezeigt und auf die nächste Person gezeigt und verneint mit einem Händeschütteln und der nächste dürfte dran sein, bedeutet so wie aussetzen, der Spieler hatte es gecheckt und wir dürften anfangen. Das nächste Problem war, welcher Spieler fängt an, dass war der Spieler mit dem längsten Haaren, bei den anderen Gruppen war es schwieriger, da war die Regeln, der Spieler mit den hellblonden Haaren fängt an. So ging es 3 Runden und dadurch haben wir die Interkulturelle gelernt.

Am Donnerstag nach dem Frühstück ging es zur Kakaofarm, da war eine Menge zu sehen, aber das haben wir anders erwartet. Zuerst sahen wir was, was überhaupt nichts mit Kakao zu tun hatte. Es war eine kleine Fabrik das Außen stattfand, wo nur Dach drüber ist. (Fotos folgen) Da konnte man sehen wie man eigentlich Stoff herstellt. Es wurde richtig dünn gestrickt. War sehr interessant zu sehen, wie fix sie mit ihren Händen sind. Später waren wir auf der Kakaofarm aber das war keine Farm sondern nur eine kleine Fläche wo Kakaobäume standen. Wir hatten eine riesige Fläche Kakaoanbau erwartet. Unter den Anbau saßen wir in einer Runde auf Stühlen, wo uns erklärt wurde, wie lange die wachsen, was damit produziert wird, wo es sie erst hinschicken und und und.

Am Nachmittag wurde über Schokolade gesprochen und das war wirklich nicht mein Thema, weil ich keine Schokolade mag. Die haben alle ihre Augen zu gemacht, außer ein veganisches Mädchen und ich, und haben 3 Kostproben gemacht und durften raten, was das für eine war. Einmal war es die Schokolade von Real „Tip“, dann die ghanaische Schokolade und einmal eine teurere.

Freitag war der letzte Seminartag und haben unsere Zukunftspläne nach dem Freiwilligendienst genannt, einige wussten nicht, was sie nach dem Jahr machen wollen, einige wollten weiterreisen, einige studieren weiter und einige wollen mit einer Ausbildung anfangen oder studieren. Dann gab es eine Runde jeder selbst, wo jeder 2 Blätter, wo zum Beispiel drauf stand „Das soll so bleiben“ oder „Davon werde ich keine Angst mehr haben“ und jeder dürfte jeder für sich alles aufschreiben, was ihm so einfällt. Dann gab es noch ein paar Gruppenspiele und später zogen sich alle hübsch an und wir gingen aus.

Nach 45 min Trotrofahrt gingen wir ein Restaurant, wo alle schön richtig gutes Essen bestellt haben. Ich habe einen doppelten Chicken Burger bestellt und das war sau lecker.

Samstagmorgen nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns und alle fuhren nach Hause, um 13 war ich an der Busstation und nach 6 einhalb Stunden kam ich gut Zuhause an.

Sonntag war erstmal waschen und ausruhen angesagt.

Diese Woche ist wieder Schule angesagt und habe mir bis jetzt schon 3 Schüler vorgenommen. Einige hatte ich mir vor 2 Wochen vorgenommen und die haben es wieder vergessen, was ich ihnen beigebrach haben. Das einzige was sie noch wissen, ist „I am fine.“ zu sagen statt „fine“. Diesmal habe ich erstmal das Alphabet mit ihnen vorgenommen, groß und auch kleinschreibung. Montagmorgen war kleines Meeting, worum es ging, dass es ein Buch geben wird, wo sich die Lehrer auch eintragen, wenn sie in der Zwischenzeit in die Stadt gehen und sich was besorgen oder erledigen müssen. Dann wurde besprochen, dass in nächster Zeit der Minister kommt und sich den Unterricht jeder Klasse anguckt, wie der Lehrer die Schüler unterrichtet. Ein Punkt gab es noch, dass die Examen pro Fach fertig geschrieben werden statt in der Mitte Pause zu machen und die Examen von Montag bis Freitag laufen, also jeden Tag zwei Fächer, statt Montag bis Montag. Das waren so einige Informationen.

Heute ist Dienstag und morgen ist schon wieder die Hälfte der Woche um. Ich muss echt sagen, das Schwitzen wird auch immer mehr, hehe. Ich hoffe, ich hab eurer Interesse ans weiterlesen geweckt und konnte euch eine Freude machen. Bis zum nächsten Mal

 

 

28.1.14 20:42
 



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